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4 Niederlagen, 3 Erkenntnisse, 2 Gegner, 1 Ziel - Saarlouis Hornets
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4 Niederlagen, 3 Erkenntnisse, 2 Gegner, 1 Ziel

Die letzte „englische Woche“ dieser Saison hinterließ bei den Hornissen sichtliche Spuren. Man kann sich schon fragen, warum der DBV so einen straffen Terminplan, auf dem Rücken der Mannschaften und Spieler der Bundesliga, austragen lässt. Wenn selbst größere Vereine mit einer tiefen Kaderstruktur, wie die Regensburger Legionäre oder die Heidenheimer Heideköpfe, an ihre Grenzen stoßen, kann man sich vorstellen, was so eine strapaziöse Woche für einen kleinen Verein wie die Saarlouis Hornets bedeuten muss. Doch von beklagen ist die Mannschaft weit entfernt, sie stellt sich der Herausforderung und findet mitunter kuriose Lösungen. Doch fangen wir von vorne an…Spiele gegen Regensburg

Die Hornets mussten bereits am Donnerstag die weite Reise nach Regensburg auf sich nehmen um dort den ersten Teil der Woche zu erledigen. Mit Nick Dibenedetto konnten die Hornissen auf dem Markt noch eine Verstärkung verpflichten, die aber aufgrund von Problemen mit dem vorherigen Verein in Regensburg nicht zum Einsatz kommen sollte. Das erste Spiel des Tages stand ganz unter dem Gesichtspunkt Experiment. Tomlin Müller wurde als Starter im ersten Spiel eingesetzt obwohl dieser seit fast vier Wochen ohne Einsatz war. Dementsprechend konnte dieser an die guten Vorstellungen in dieser Saison nicht anknüpfen. In 2.1 Innings musste er 13 Runs zulassen. Auf der Position des ersten Reliefpitchers haben die Hornissen ein altes Vereinsmitglied, Alexander Hirsch, reaktiviert, der für ein Inning auf dem Mound zurückgekehrt ist. Spätestens da war die Entscheidung des Coaches gefallen, das erste Spiel ganz der Schonung der Pitcher zu widmen. Kein Wunder da bereits nach dem 4. Inning 20 Runs für die Legionäre auf dem Scoreboard standen. Das es den Regensburgern so einfach gemacht wurde, konnten selbst die Hausherren nicht ahnen, dementsprechend waren alle Fans der Hornissen und mehr als glücklich als nach dem 7. Inning bei einem Endstand von 1:26 das Spiel beendet war. Die Frage die jetzt noch blieb, wie würden die Spieler diese heftige Klatsche verdauen? Würden Sie komplett aufgeben und versuchen den Schaden auch im zweiten Spiel möglichst gering zu halten? Oder würden Sie sich an der Ehre gepackt fühlen und versuchen ein besseres Bild von sich zu vermitteln? Um es vorweg zu nehmen, die Jungs haben gekämpft wie die Löwen. Sie haben nicht nur die Zuschauer im Ballpark, den Gegner und den Kommentator im Livestream überrascht sondern sogar die Fans zu Hause. Der Coach entschied sich im zweiten Spiel Abdiel Alicea Diaz auf den Mound zu schicken. Diese Entscheidung sollte dieser nicht bereuen. In 7 Innings warf er den Ball 140 mal. Er ließ er 11 Hits und 7 Runs zu. Dabei gelangen ihm 4 Strikeouts. Auf der Gegenseite hatten die Pitcher der Legionäre auch ihre liebe Mühe im zweiten Spiel, sodass die Hornissen diese mehrmals auf dem falschen Fuss erwischten und so die Bases erreichen konnten. Nach einem Single von Abdiel Alicea Diaz im 3. Inning konnten die Hornissen mit 1:0 in Führung gehen. Die Antwort der Legionäre kam im 4. Inning. Nach zwei Fehlern in der Defense konnte erst David Grimes den Ausgleich besorgen und anschließend Michael Weigl, die Führung für die Legionäre herstellen. Das Spiel plätscherte so vor sich hin und im 5. Inning konnte David Grimes, mit einem Double, den nächsten Runner nach Hause schicken und die Führung zum 1:3 ausbauen. Im 7. Inning schien sich das Blatt für die Hornets zu wenden. Eine Reihe walks und Hits führte dazu, dass die Hornissen am Ende ihres Offensivinnings mit 6:3 in Führung lagen. Es wurde ziemlich still im Ballpark und überall rieben sich die Zuschauer verwundert die Augen, über dass was soeben passiert war. Doch die Legionäre konnten in ihrer Hälfte des 7. Innings wiederum zurückschlagen und zum 6:6 ausgleichen. Wiedermal waren es Kleinigkeiten und Fehler die den Gegner zurückbrachten. Doch auch die Legionäre waren an diesem Tag nicht frei von Fehlern und so konnte Alexander Bach nach einem Fehler der Defense den nächsten Run für die Hornissen scoren. Im 8. Inning wurde schließlich das Spiel zugunsten der Hausherren aus Regensburg entschieden. Nach einem Wild Pitch und einem weiteren Fehler konnten die Legionäre wieder in Führung, mit 7:8 gehen. Doch der Grand Slam Homerun von Nino Sacasa und die damit verbundenen 4 Runs brachen den Hornissen endgültig das Genick. So manch Zuschauer und Fan der Hornissen fühlte sich an das Spiel gegen die Mainzer erinnert, wo der Spielverlauf ziemlich identisch von statten ging. Wie gegen die Mainz Athletics war es auch in diesem Spiel Felix Correa vorbehalten, den Endstand mit einem Solo Homerun zum 8:12 zu besorgen. Und so mussten sich unsere Jungs erneut die Frage stellen, warum sie in den entscheidenden Momenten nicht den Sack zumachen konnten? Wieder mal war eine Topmannschaft der Bundesliga einer Niederlage gegen die Hornissen sehr nah gekommen. Der Ruf als unangenehmer Gegner bleibt den Hornissen, doch diese würden den Sieg sicherlich dem Ruf vorziehen. Und so machte man sich auf den knapp 500 km langen Weg nach Hause, um bereits keine 48 Stunden später sich dem nächsten Kaliber zu stellen.

 

Spiele gegen Heidenheim Heideköpfe

Das beliebte Stadtfest Emmes und Baseball Bundesliga an einem sonnigen sommerlich warmen 01. Juni. Was gibt es besseres? Viel fällt da einem natürlich nicht ein. Auch wenn hier die Vorzeichen natürlich nicht besonders gut für die Hornissen standen, konnte man sich trotzdem über zahlreiche Fans auf den Tribünen freuen. Für das erste Spiel des Tages hatte sich der Coach für die Jugend auf dem Mound entschieden. Er brachte den sechzehnjährigen Zachary Milburn von Beginn an. Dieser hatte bereits in anderen Spielen bewiesen, dass er durchaus ein Problem für die Batter sein kann. Davon konnte sich nicht zuletzt auch die Mannheimer Power Offense überzeugen. Somit war die Entscheidung, auch aufgrund des voraussichtlichen Saisonaus für Peter Mick, keine allzu große Überraschung mehr. Zach hat 5 Innings gepitcht und dabei 83 Würfe gemacht. Er ließ 9 Hits und 7 Runs zu. Dies ist natürlich keine herausragende Leistung, sie lässt trotzdem der Offensive jede Möglichkeit zu antworten und selber Druck auszuüben. Doch bereits im 1. Inning machten die Heideköpfe ihrerseits Druck und konnten die ersten 3 Runs scoren. Im 2. Inning konnten sie weiter nachlegen und auf 4:0 erhöhen, sodass viele wieder mit einem Selbstläufer gerechnet haben.  Als dann auch noch im 3. Inning Yannik Petry im Centerfield mit 2nd Basemen Abdiel Alicea Diaz, beim Versuch einen Flyball zu fangen, zusammengerauscht ist und verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, standen die Vorzeichen auf eine jähe Aufholjagd ganz schlecht. Offensiv brachte die Mannschaft bis ins 6. Inning hinein leider nicht viel zu stande. Und immer dann wenn etwas möglich war beraubte sie sich selbst ihres Vorteils. Die Gäste hingegen kontrollierten nach belieben das Geschehen und konnten weitere Runs im 4., 5. und 6. Inning zum 9:0 erzielen. Im 6. Inning war es wieder mal Felix Correa der einen Homerun ins Rightfield schlagen konnte und so ein Lebenszeichen senden konnte. Kurz kam der Vizemeister aus der Balance, da Lukas Wunn mit einem schönen Double, Alexander Bach und Max Raber nach Hause bringen konnte. Doch trotz weiterhin Bases loaded machte die Offensive zu wenig daraus und sie konnten den Abstand nur auf 9:3 verringern. Nachdem bereits im 6. Inning Moritz Grützmacher, musste dieser den nächsten Run durch einen Solo Home Run von Gary Michael Owens hinnehmen. Doch scheinbar schien sich in diesem Spielabschnitt die Offensive der Hornissen auf ihre Stärken zu besinnen, denn auch im 7. Inning konnten die Hornissen nochmal gefährlich auf das Spielfeld zurückkehren. Doch auch hier konnte man die Bases loaded Situation nicht für sich nutzen, sodass lediglich noch ein weiterer Run, zum Zwischenstand von 10:4, gescored werden konnte. Im 9. Inning konnten die Heideköpfe mit einem Double von Ludwig Glaser alles perfekt machen und die Runs Nummer 11 und 12 zum Endstand von 12:4 scoren. Man konnte auch in diesem Spiel sehen, welche Leistungen die Mannschaft in der Offensive erzielen kann, wenn sie konzentriert und motiviert zu Werke geht. Leider fehlte es dem ein oder anderen Spieler an diesem Tag an der nötigen Ruhe und Kaltschnäuzigkeit. Natürlich ist Heidenheim in dieser Saison nicht der Gegner, den es zu schlagen gilt, doch man kann nur erahnen zu welchen Leistungen diese Mannschaft fähig wäre, wenn Sie an sich und ihre Stärken glauben würde. Im zweiten Spiel des Tages merkte man der Mannschaft, ziemlich schnell, die Strapazen der letzten Tage an. Zwar konnte der Coach auf Jerod Jobst auf dem Hügel setzten doch eine Garantie für ein erfolgreiches, beziehungsweise besseres Spiel ist das natürlich nie. Denn auch die Pitcher können mal einen gebrauchten Tag erwischen, so wie Jerod an diesem Tag, und dann müssten die anderen für ihn in die Bresche springen. Doch scheinbar fehlten der Mannschaft an diesem heißen Sommertag die nötigen Körner. Das Spiel war ansich bereits nach dem 3. Inning entschieden, als die Heidenheimer mit 8:1 in Führung gehen konnten. Lediglich im 1. Inning konnten die Hornissen einen Run erzielen. Doch danach war das für die Gäste nur noch ein Spaziergang. Nach dem 4. Inning bekam Nick Di Benedetto seinen ersten Einsatz auf dem Hügel für die Hornissen, doch da waren die Heideköpfe bereits mit 10:1 in Führung und das Spiel offensichtlich für alle Akteure entschieden. Im 6. Inning machte Heidenheim, mit 2 Triple Hits und 4 weiteren Runs, den Sieg durch Mercy Rule nach dem 7. Inning perfekt. Es war sicherlich für die Hornissen kein würdiger Abschluss des Spieltages aber bei all den Umständen durchaus vorauszusehen.

Was bleibt von dieser Woche?

Vier Niederlagen, mit denen jeder gerechnet hat, die jedoch 3 Erkenntnisse mit sich gebracht haben. 1. Wir können uns auf unsere Jugend verlassen. 2. Wir sind definitv wettbewerbsfähig auch wenn die Statistik gegen uns spricht. 3. Wir müssen lernen mehr an unsere Stärken zu glauben um in den entscheidenen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Diese zwei Gegner waren sicherlich nicht der Maßstab für die Hornissen in dieser Saison. Doch bei den kommenden 2 Gegnern Stuttgart und Ulm müssen bestmöglich 4 Siege errungen werden um das eine Ziel den Klassenerhalt zu sichern einen weiteren Schritt näher zu kommen. Es wäre der Mannschaft zu wünschen, denn sie hat sicherlich die Qualität dazu. Doch sie muss noch lernen sich auch für diese wichtigen Ziele und für diesen Wettbewerb zu quälen.

 

#Go Hornets

 

Text: David Kania